Ein Gastbeitrag von: Eva S., Gesundheits- und Krankenpflegerin

Es war einer dieser Tag im Spätsommer 2017, ich hätte eigentlich zufrieden mit allem sein können, war aber unfassbar unglücklich. Damals arbeitete ich in einer mittelgroßen Endoskopie, es war mein Traumjob, welchen ich bereits seit nun mehr als drei Jahren ausübte. Ich hatte mich 2014 komplett neu erfunden, bin einfach nach Köln gezogen, schmiss meinen alten Job bei meinem alten Lehrkrankenhaus, in dem ich auch 2011 Examen gemacht habe, und fing was völlig Neues an. Dann das: nach drei Jahren erst der berufliche Einbruch, nach 3,5 Jahren dann mein persönlicher Einbruch.
Alles fing sehr schleichend an, als wir einen Abteilungsumzug abgeschlossen hatten und aufgrund von erhöhtem Arbeitsaufkommen nicht in der Lage waren Teamsitzungen zu führen oder uns adäquat gegenseitig auszutauschen. Die Stimmung wurde zwischenmenschlich u.a. deshalb immer schlechter und es kündigten mehrere Kollegen zeitgleich, teilweise nacheinander. Bis wir den Personalverlust ausgleichen konnten verging eine fast endlose Zeit, in der die verbliebenen Mitarbeiter die anfallenden Tätigkeiten kompensieren mussten. Das war zunächst belastend, aber wenn man seine Arbeit gerne macht nimmt man dies über einen Zeitraum gerne in Kauf. Immer mit dem konkreten Hintergedanken, dass es ja „alles bald besser wird“. Es wurde jeden Tag zu meinem Mantra. „Bald ist alles besser.“, „Bald kommen die Neuen.“, „Bald habe ich nach 8-12 Stunden Dienst wieder ein Privatleben.“, „Bald haben wir wieder Teamsitzungen.“, „Bald fallen nicht noch mehr Kollegen wegen Krankheit und Überlastung aus.“
Bald…

In der Tat kam der Wunsch während dieser Zeit ebenfalls auf, diesen Arbeitszustand nicht mehr die nächsten 43 Jahre – ich bin hier von einem Renteneintrittsalter von 70 Jahren ausgegangen – ertragen zu müssen. Ich informierte mich über mögliche Studiengänge, meine Wahl fiel auf einen Fernstudiengang im Bereich Wirtschaftspsychologie. Mein Antrieb: wieder mein Job. Ich wollte verstehen wie es zu dem Zustand der Hilflosigkeit und der Mißmutigkeit unter den Kollegen in meinem Traumjob gekommen war.
Bald…

Ich war jetzt im 2. Semester meines Studiums angekommen, neben mindestens 40 Wochenstunden, studierte ich zusätzlich noch ca. 20-25 Stunden die Woche über, aber ich war frei in der Einteilung. Dennoch spitzte sich die Situation auf der Arbeit immer weiter zu und das finale Ende kam mit dem Mobbing. Ein falsches Wort oder eine falsche nonverbale Reaktion hatten dazu geführt, dass ein Konflikt mit einer Kollegin entstand. Klärungsversuche scheiterten leider. Auch die damalige Leitung half uns nicht bei diesem Problem oder anderen teaminternen Problemen weiter.
Bald…

Das Bald wich der körperlichen und nunmehr auch der psychischen Überbelastung. Mittlerweile verbrachte ich meine Freizeit am liebsten nur noch zuhause, schottete mich ab, studierte, und das obwohl ich ein sehr geselliger Mensch gewesen war. Wenn ich zur Arbeit fuhr, hatte ich Angst. Angst ich würde es nicht schaffen alles zu erledigen. Ich würde keine Zeit für mich selbst haben. Angst ich würde wieder traktiert von der Kollegin. Es staute sich so sehr in mir auf, dass ich nach 30 Minuten Arbeitsweg schweißgebadet aus dem Bus ausstieg und sich alles in meinem Inneren dagegen sträubte die „Heiligen Hallen“ des Krankenhauses zu betreten. Ich tat es trotzdem.
Ich – die immer auf ihr Bauchgefühl gehört hatte – versuchte es krampfhaft abzuschalten und einen Weg weiter zu gehen, der jeden Tag in einer Einbahnstraße endete. Irgendwann war die Spannung zu groß. Auf der Arbeit wieder ein Konflikt. Schlechte Stimmung – Kurzschlussreaktion!
Ich schrieb die Kündigung noch im Dienst und zog sie nach wenigen Tagen wieder zurück, weil die PDL zwei Stunden lang mit Engelszungen auf mich eingeredet hatte. Ich spielte also das Spiel weiter: neue Runde, neues Glück!

Mal gab es wenige gute Tage, dann viele schlechte Tage. Irgendwann war es dann wieder zu viel. Das Mobbing hielt weiterhin an, genauso wie der Stress. Ich war am Ende, ich wollte nicht mehr. Ich war sogar bereit alles hinzuschmeißen, das Land zu verlassen, ich stellte meine gesamte Existenz in Frage. Ich ließ mich krankschreiben, zunächst zwei Wochen, dann vier Wochen, dann sechs Wochen. In diesen sechs Wochen hatte ich viel Zeit, um mich selbst und mein gesamtes Dasein zu reflektieren. Ich tankte neue Kraft und kündigte in der zweiten Woche meiner Abwesenheit erneut. Es fühlte sich gut an. Es war das Richtige. Dessen war ich mir nun absolut sicher. Im Verlauf wusste ich dann auch, dass ich nicht mehr ins Krankenhaus zurückgehe, ich wollte etwas machen, was nichts mehr mit diesem vermeintlich schrecklichen Ort zu tun hatte. Ich entschied mich dann für einen Job im Außendienst, Gebiet Köln/Bonn- super! Ich hielt den Job ganze sechs Wochen durch, dies lag vornehmlich an falschen Versprechungen und der Bitte, mein Studium für den Job abzubrechen. Das war für mich definitiv keine Option. Da war wieder dieser Gedanke „Und was machst du jetzt?“.
Ich hatte da eine Bekannte, die seit längerem schon bei einem Personaldienstleister arbeitete und sehr zufrieden war. Ebenfalls nebenberuflich studierte und im Gegensatz zu ihrem alten Job auf der Intensivstation ihre Stelle mit Eintritt in die Zeitarbeit zeitlich reduzieren konnte. Ich bewarb mich also u.a. bei Pensum MED in Köln und erzählte im Vorstellungsgespräch von meinen Erfahrungen bzgl. Mobbing und dass ich sehr gerne mein Privatleben inklusive meines Studiums trotz Vollzeitanstellung weiter leben will. Ich stieß auf maximales Verständnis seitens der Pensum MED Mitarbeiter. Es war fast befremdlich für mich, dass es einem Arbeitgeber so wichtig war die Arbeitnehmer zu verstehen und ihnen das anzubieten, was oft nicht möglich war: Zeit, Verständnis, und mitarbeiterorientierte Absprachen. Zuhause reflektierte ich das Vorstellungsgespräch. Ich war immer noch unfassbar positiv bestärkt und kurz danach unterschrieb ich den Vertrag.

Ich arbeite nun jetzt seit über einem Jahr als Gesundheits- und Krankenpflegerin bei Pensum MED und bin immer noch absolut zufrieden. Ich habe viele Eindrücke, Menschen und auch Arbeitsbereiche kennenlernen dürfen und kann sagen, dass es immer eine absolute Bereicherung war. Ich hatte die Möglichkeit mich persönlich und beruflich weiter zu entwickeln, habe Zeit für mein Privatleben und bin durch die Tatsache, dass ich nirgendwo bleiben muss, wo es mir möglicherweise nicht gut geht, völlig entspannt. Wenn Fragen aufkommen steht immer mein Ansprechpartner bei Pensum MED zur Verfügung, um diese zu klären. Es wird darauf geachtet das Ruhezeiten eingehalten werden, dass die Dienstpläne korrekt geschrieben sind und die Mitarbeiter zufrieden sind. Pensum MED hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich auf meinem langen Weg zurück in die Pflege gefunden habe. Mit Pensum MED lässt sich unter anderem auch mein nebenberufliches Studium vereinbaren, was mich zusätzlich sehr glücklich macht. Ich danke Pensum MED für die bisher so gute Zeit!

Anmerkung der Redaktion: Wir haben Eva auch auf Station besucht und konnten ihr ein wenig über die Schulter schauen. Den Beitrag dazu findest du auf unserer Facebook Seite.